Wie bekannt wurde, wurde unser Fahrer Lukas Hofer beim Eröffnungsrennen in Leonding im Zuge einer Doping-Kontrolle positiv auf den Wirkstoff „Oxilofrin“ getestet. Ein Verfahren durch die NADA wurde eingeleitet.

Wir stellen klar:

Der RC Ovilava Wels grenzt sich vehemend von Doping jeder Art ab. Unsere Grundwerte stehen für Gesundheit, Fairness und einen sauberen Sport.

Der Vorstand des RC Ovilava Wels

Im Sinne des Sportlers stellen wir Ihnen seine Stellungnahme an die NADA zur Verfügung, damit Sie sich persönlich ein Bild der Situation machen können:

ich wurde am 14.September 1990 geboren und fuhr bereits mit 15 Jahren mein erstes Radrennen.

Am 26. März 2010 hatte ich einen folgenschweren Unfall. Ich kollidierte während einer

Trainingsausfahrt mit einem entgegenkommenden PKW und wurde schwer verletzt. Nach einigen

Tagen im Krankenhaus und Wochen ohne trainieren zu können, beendete ich mit Saisonende

meine junge Karriere. In den darauffolgenden Jahren standen der berufliche Erfolg und auch

meine schulische Weiterbildung im Vordergrund.

Im Februar 2015 fasste ich jedoch voller Motivation den Entschluss, mich wieder vorrangig meiner

eigentlichen Leidenschaft, dem Radsport, zu widmen und für ein Comeback in der heurigen

Saison zu trainieren. Bereits im Herbst merkte ich, dass, wenn ich gesund durch den Winter

komme, ich nicht nur an den kommenden Rennen teilnehmen, sondern um den Sieg mitfahren

werde. Im März war es dann endlich soweit und ich konnte endlich mein erstes Rennen bestreiten.

Aus meiner Zeit in der Elite in den Jahren 2009 und 2010 wusste ich, dass Dopingkontrollen

stattfinden werden.

Da ich Doping immer schon absolut verwerflich fand und mir bis vor circa zwei Wochen keine

Strafe für solch einen Betrug hoch genug erschien, war es für mich ein leichtes auch diesen

Teil des Sports, meine erste Kontrolle, völlig bedenkenlos zu absolvieren. In Topform wollte ich

jedoch trotzdem nichts dem Zufall überlassen und kontrollierte ausnahmslos alle meine

Nahrungsergänzungsmittel (HMB, Beta-Alanine, BCAA, Omega 3, Arginine und Elektrolyt) auf

www.informed-sport.com , um sicher gehen zu können. Außerdem kontrollierte ich sehr sorgfältig

alle mir nicht bekannten Inhaltsstoffe dieser Produkte, wie auch den Inhaltsstoff „Acacia Rigidula

Extract“ meines Elektrolytgetränkes des namhaften Herstellers „iForce Nutrition“, mit Hilfe der

Medikamentenabfrage auf der nada.at Homepage beziehungsweise der „MedApp“. Nachdem, wie

erwartet, keine meiner Suchanfragen auf eine verbotene Substanz hinwies, war ich mir endgültig

sicher dass meinem Comeback nichts mehr im Weg stand.

Wie beim Großteil meiner harten Vorbereitung verlief auch mein erstes Rennen nahezu perfekt

und ich konnte den zweiten Platz einfahren. Unmittelbar nach dem Zieleinlauf wurde ich bereits

freundlich von einem Mitarbeiter der NADA in Empfang genommen. Seelenruhig absolvierte ich

meine erste Dopingkontrolle, da ich ja bereits im Vorfeld alle möglichen „ungewollt gedopt“- Fälle

sorgfältig überprüfte und somit für mich auch diese einzige mögliche Fehlerquelle definitiv

ausschließen konnte.

Wochen verstrichen und mein Saisonhöhepunkt, das Kirschblütenrennen in Wels, stand auf dem

Programm. Zu dieser Jahreszeit blühen einige Bäume und Gräser, auf die ich sehr stark allergisch

bin. Darum nahm ich bei Bedarf eine Filmtablette „Desloratadin 5mg“. Außerdem in akuten Fällen

einen Hub des Inhalators „Sultanol“. Selbstverständlich kontrollierte ich bereits im Vorfeld auch

diese beiden Mittel auf deren Erlaubnis im Training und Wettkampf.

Auch bei diesem Rennen verlief alles perfekt und ich konnte in einem packenden Finale den Sieg

einfahren. Nach diesem grandiosen Sieg war mein erster Gratulant ebenso wieder ein Mitarbeiter

der NADA und ich wurde wieder kontrolliert. Nachdem auch diese Kontrolle meiner tiefsten

Überzeugung nach ohne überraschendes Ergebnis sein würde, scherzten wir noch minutenlang

über Dopingfälle in der Vergangenheit.

Am darauffolgenden Mittwoch bekam ich dann die niederschmetternde Nachricht, dass ich bereits

bei meinem ersten Rennen, bei meiner ersten Kontrolle eine positive A-Probe abgeliefert habe.

Diese Probe konnte unmöglich ein positives Ergebnis liefern, da ich niemals wissentlich diese mir

sogar bis zu diesem Zeitpunkt unbekannte Substanz eingenommen habe! Nach einigen sehr

schmerzvollen Stunden in einer Art Schockstarre begann ich den in der Probe gefunden Wirkstoff

„oxilofrin“ zu googeln. Wiederum überprüfte ich, dieses Mal jedoch ziemlich panisch, meine

Nahrungsergänzungsmittel. Wieder erfolglos. Nach einigen Stunden im Internet war mir klar, dass

es sich bei der mir vorgeworfenen Substanz „oxilofrin“ um das oft als natürlichen Inhaltsstoff

deklarierte „Acacia Rigidula Extract“ handeln musste, welches auf der Verpackungsrückseite des

von mir verwendeten Elektrolytgetränks des Herstellers „iForce Nutrition“ zu finden ist. Völlig

fassungslos über diesen katastrophalen Fund recherchierte ich einige Details zu dieser Pflanze.

Es handelt sich hierbei eben um die Acacia Rigidula Pflanze, welche hauptsächlich in Texas (USA)

wächst und der eine gewichtsreduzierende Wirkung nachgesagt wird. Ich befasste mich nun näher

mit diesem Pflanzenextrakt und musste feststellen, dass dieses „Acacia Rigidula Extract“ in sehr

vielen verschiedenen Nahrungsergänzungsmittel wie Fatburnern, Boostern und eben auch

Elektrolyten zu finden ist. Dieses Extrakt ist völlig legal, wird jedoch oftmals mit synthetischen

Inhaltsstoffen (zumeist BMPEA), die eine ähnliche chemische Struktur wie „oxilofrin“ aufweisen,

gestreckt.

Das von mir verwendete Produkt ist scheinbar mit dem verbotenen Wirkstoff BMPEA synthetisch

gestreckt worden. Deklariert ist dieses illegale BMPEA auf der Verpackung nicht, sondern als

„NMethyl-B-Methylphenyletylamin, R-Beta-Methyphenylethylamin“ in Klammer nach dem legalen

pflanzlichen Wirkstoff „Acicia Rigidula Extrakt“ angegeben. Auch alles, was in dieser Klammer zu

finden ist, habe ich im Zuge meiner sorgfältigen Überprüfung mehrmals mit Hilfe der „MedApp“ und

der „Medikamentenabfrage“ gewissenhaft auf deren Legalität kontrolliert. Ich habe das von mir

verwendete Elektrolytgetränk (Pulver) der Firma „iForce Nutrition“ mit dem Namen „conquer“ und

eben genau diesem Inhaltsstoff am 30. April 2015 in Österreich bei ________ gekauft.

Radsport ist und war immer schon meine große Leidenschaft und wurde mit Februar 2015 wieder

zu meinem absoluten Lebensmittelpunkt. Für mich bricht mit diesem katastrophalen Ergebnis

meine Welt zusammen.

Ich war niemals wissentlich gedopt!

Dieser Sport ist mein Leben und ich habe mir zu keiner Zeit, weder jetzt, noch in meiner

Vergangenheit wissentlich einen unerlaubten Vorteil verschafft! Nach tagelangem ärgern,

nachdenken und aufarbeiten der Geschehnisse wüsste ich selbst in diesem Moment immer noch

nicht, wie ich dieses von mir verwendete Produkt ohne eben die nun vorgenommene

stundenlange Recherche von einem legalem Elektrolyt unterscheiden hätte können.

Es beschämt mich zutiefst, wenn ich nur daran denke, dass mein Name in naher Zukunft auf einer

Liste angeführt werden soll neben Namen, die wissentlich und mit voller Absicht gedopt haben.

Menschen, die bewusst betrogen haben. Sportler, die sich Medikamente injizierten, Tabletten

bewusst kauften und einnahmen mit dem einzigen Grund diesem Sport zu schaden und sich einen

unerlaubten Vorteil gegenüber den Anderen verschaffen zu wollen. Hätte ich die

Detailinformationen, die ich heute nach vielen Stunden Recherche über dieses Pflanzenextrakt

besitze bereits früher gehabt, hätte ich dieses Elektrolytpulver niemals gekauft, niemals in meine

Trinkflaschen geschüttet, sondern mich für ein legales Produkt der vielen vielen anderen sauberen

Hersteller entschieden.

Ich möchte mich aufrichtig bei Ihnen, meinem Team und meinen Konkurrenten für diesen

katastrophalen Vorfall entschuldigen und hoffe, dass meine Karriere dadurch nicht ein zweites Mal

beendet wird.

Mit freundlichen Grüßen

Lukas Hofer